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Arbeitszeit nach Maß
In kleinen Betrieben wird die Arbeitszeit immer häufiger neu organisiert. Viele Beschäftigte wünschen sich mehr Freiheit bei der Planung ihres Tages. Gleichzeitig müssen Kundinnen, Kunden und Liefertermine zuverlässig betreut werden.
Die Tischlerei Holzpunkt in Niederfeld beschäftigt zwölf Personen. Seit einem Jahr können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwischen drei Arbeitszeitmodellen wählen. Zur Auswahl stehen feste Arbeitszeiten, Gleitzeit und eine verkürzte Arbeitswoche. Die Entscheidung gilt jeweils für sechs Monate.
Bei der Gleitzeit beginnt der Arbeitstag zwischen sieben und neun Uhr. Alle müssen jedoch zwischen neun und vierzehn Uhr im Betrieb sein. Diese Zeit nennt die Betriebsleiterin Mara Vellner Kernzeit. Gespräche mit Kundinnen und Kunden finden vor allem dann statt.
Drei Beschäftigte arbeiten inzwischen an vier Tagen pro Woche. Dafür sind ihre Arbeitstage etwas länger. Sie erhalten aber nicht automatisch einen freien Freitag. Der freie Tag wird im Team abgesprochen, damit die Werkstatt täglich geöffnet bleibt.
Die meisten Kolleginnen und Kollegen bewerten das neue System positiv. Eine Mitarbeiterin kann nun morgens ihr Kind zur Schule bringen. Ein anderer Beschäftigter nutzt den späteren Beginn für einen Sprachkurs. Schwierigkeiten gibt es vor allem bei kurzfristigen Änderungen. Wenn jemand früher gehen möchte, muss die Person dies spätestens am Vortag mitteilen.
Nach sechs Monaten will die Betriebsleitung die Erfahrungen auswerten. Dabei werden nicht nur die Wünsche der Beschäftigten berücksichtigt. Auch die Zahl der pünktlichen Lieferungen und die Rückmeldungen der Kundschaft spielen eine Rolle. Erst danach entscheidet der Betrieb, ob die Modelle dauerhaft bleiben.
Für Mara Vellner steht fest: Ein passendes Modell braucht klare Regeln. Nur dann profitieren Beschäftigte und Betrieb gleichermaßen.
Aus der Wochenendbeilage, 14. März
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